Auf dem Weg

Frank Hoppe auf dem Jakobsweg vom 01.05.2016 - 01.05.2017. Ich habe meinen Hausstand aufgelöst nachdem die Kinder aus dem Haus waren und mich auf den Weg gemacht 2600 km zu laufen. Über die Erfahrungen und Gedanken auf dieser Reise erzähle ich hier im Blog. Wer Fragen oder Anregungen hat darf mich gern via Facebook kontaktieren.
Und wer mich auf meiner Reise finanziell unterstützen möchte, kann dies gerne tun, unter: Comdirekt:IBAN DE23 2004 1144 0343 4917 00
Um 9.00 h bin ich Karten- und Wegweiserfrei Richtung Loubes- Barac aufgebrochen, um mir einmal Bergerac Der Engländer und seine Clubs das buddhistische Kloster anzusehen, das der vietnamesische Mönch Thich Nhat Hanh vor cirka dreißig Jahren als seine Exilheimat gegründet hat. Hoffent, dass ein Kloster keine müden Wanderer abweist, wollte ich auch gerne eine Nacht dort verbringen.
Da ich für diesen Bereich kein Kartenmaterial zur Verfügung hatte und es auch in der Touristeninformation nicht zu beschaffen war, bemühte ich Google-Maps, das sich allerdings nur auf befahrbaren Straßen berufen kann. Wanderweg durch die Weinberge des PérigordsEs sucht im Fußgängermodus zwar die kleinsten Straßen, aber eben keine Wald- und Feldwege. Die angegebene Entfernung lag bei 25 km. Auf halber Strecke stieß ich auf einen neu beschilderten Wanderweg, den ich am Tag zuvor noch nicht im Internet gefunden habe und er schien zumindest im Weinrebe Périgord Groben meine Richtung zu haben. Er führte quer durch die Weinberge. Das letzte große Weingebiet, habe ich vor einem Monat in Chablis durchwandert. Und sie sind doch deutlich gewachsen die Träubchen.
Nun hatte dieser Weg wirklich nur grob meine Richtung und ich kam nach ungefähr 30 km, um 18.30 h völlig fertig in Plum Village, dem Buddhistischen Zentrum an.
Schon von weitem sah ich die Stuhlkreise, große Stuhlkreise! Beim Näherkommen sah ich die Teller, es war Essenszeit. Als ich Richtung Büro ging, rechts zwei Stuhlkreise, links zwei Stuhlkreise und die da so sitzen sah, dachte ich, nein Frank das bist du nicht geh wieder. Die haben fast alle, vier Stuhlkreise, große Stuhlkreise, das Essen eingestellt, du kannst jetzt nicht zurück gehen. Guck dich mal um, ich bin der absolute Fremdkörper. Du übertreibst und eine Nacht hälst du aus. Hast du mal darauf geachtet wie ich gekleidet bist? Schwarze Schuhe, schwarze Hose, schwarzes T-Shirt, schwarzer Rucksack. Die kommen hierher um das Licht zu erfahren und ich bringe ihnen Dunkelheit. Jetzt frag ob du hier pennen kannst und morgen früh bist du wieder weg. Also fragte ich die Bürononne, eine Novitzin, die noch ihre Haare unter einem Kopftuch verbarg und noch nicht kahl geschoren war, ob sie, die Organisation ein Bett für mich hätte. Nein, haben sie Oldtimernicht. Kein vielleicht oder ich frag mal. Eine ältere Nonne, eine Deutsche, stand plötzlich hinter mir und fragte, zunächst auf englisch, ob sie mir weiterhelfen könnte. Ich wiederholte mein Anliegen und sie erklärte, das es sich um ein Frauenkloster handele und keine alleinstehenden Männer erlaubt seien. Die Männer die ich sehe, sind im Rahmen des Sommerretrats, von dem ich gelesen habe, mit ihren Familien vor Ort. Ich könnte es aber bei den Brüdern, im vier Kilometer entfernten Thirac versuchen, die haben bestimmt einen Platz. Sie erklärt den Weg und ich sage ihr, dass ich gerade, vor einer Stunde dort vorbeigegangen bin und ich nicht angefragt habe, weil im Internet nur diese Adresse hier steht und ich dachte aus dem Grunde, dass die andere Einrichtung etwas nachgemachtes sei. Ja, das haben wir öffters, sagte sie. Ich hätte ausfallend werden können. Sie erklärte mir den Weg abermals, ich bedankte mich und ging. Natürlich nicht zurück! Ich gehe nicht gerne zurück. Das hat mich beim Schach spielen schon so manche Dame gekostet. Hehe und beim Wandern manchen zusätzlichen Umweg. Zumal es entgegen dem heutigen Weg gewesen wäre, ging ich also, entgegengesetzt der Erklärung nach rechts. Eine Minute später, Monsieur, Monsieur völlig atemlos! Madam! Sprechen Sie deutsch? Nahezu perfekt. (Wenn sich diese Worte gegenseitig auch ausschließen) Und bevor sie weiter reden, es tut mir leid, dass sie hinter mir her laufen mussten.... Ja wollen sie denn nicht zu den Brüdern? Nein, erstens müsste ich dafür zurückgehen und zweitens ist es noch nicht mal sicher, dass ich dort übernachten kann, dann hätte ich noch mal zwei Stunden verplempert. Ja dann... Wie gesagt, es tut mir leid und vielen herzlichen Dank für Ihre Mühe. Sie bringt die Hände vor ihrer Brust zusammen und verbeugt sich. Schönen Abend noch, sage ich!
Als ich mich hier auf den Weg gemacht habe, im Rucksack noch eine Schale Tabouleh, etwas Käse Friedhofsfriedhofund ausreichend Wasser und ohne die Vorgabe, dass ich jetzt den und den Weg zu nehmen habe, hatte ich das erste Mal ein richtig befreites, unabhängiges Gefühl. Nach einer Stunde erreichte ich eine Ansiedlung und nahm auf der Treppe zum Friedhof das Tabouleh zu mir. Ein Friedhof, so runtergekommen, wenn du hier tot überm Zaun hängst, weißt du, hier bleibst dubis dich die Krähen holen.
Eine weitere Stunde später, begann es zu dämmern und das nächste Dorf war bestimmt noch zehn Kilometer entfernt. Ich selbst war mittlerweile bei Kilometer 40. Elf Stunden unterwegs. Rechts ein Anwesen, am Tor ein Schild, Chambre d'hote. Die Zufahrt führte einen Berg hinauf. Eine Frau gießt Blumen. Madam, vous avez un Chambre libre, pour moi? Sie musstert mich, Oui!
Schlafzimmer traditionell So bin ich dann, als ich schon überhaupt nicht mehr damit gerechnet habe, bei Cindy und.... nein! bei Cindy und Hank Petterson gelandet. Cindy aus Kalifornien und Hank aus Maine.
Cindy und Hank lieben es traditionell, was sich in der Ausstattung widerspiegelt. Aber letztlich alles vom sauberersten und in bestem Zustand.
Nach dem Duschen, nahm ich die Einladung an und bin auf ein Glas Wein auf die Terrasse gegangen. Was ein Höflichkeitsbesuch sein sollte, entwickelte sich zu einem sehr netten Abend. An dem wir gegen 22.00 h noch eine Schnittchenplatte verdrücken und uns über amerikanische Politik unterhielten. Eingeleitet mit den Worten von Hank. Sorry for Donald Trump!
Das war allemal besser als dieses Wir-haben-uns-alle-so-lieb-Keuscheitskloster! Denn während im Kloster Ringelreihen getanzt und für eine bessere Welt meditiert wird, päppelt Hank zwei aus dem Nest gefallen Elsterbabys auf und hat einen ausgesetzten Kater großgefüttert und adoptiert.
Die beiden sind vor sechs Jahren nach Frankreich bekommen, haben ein großes 100 Jahre altes und entsprechend runtergekommenes Anwesen kernsaniert. Vor kurzem haben sie 4.500 Weinstöcke gepflanzt, um hoffentlich in drei Jahren den ersten Wein zu ernten.
Das Frühstück war ne Wucht an Frische und Obst und um 9.00 wurde ich zu meinem heutigen Etappenziel gebracht, weil Cindy in Duras, der Nachbarstadt einen Laden hat. Hier in Monségur warte ich auf Angela, Claudia, Cyra und Benita um mit ihnen eine Woche Urlaub zu verbringen, bevor ich mich auf den Weg zur spanischen Grenze mache, um eine weitere wichtige Etappe meiner Reise anzutreten.

Sonnenblumen Soooo und nun eine Woche Urlaub!
Spätestens in einer Woche geht es dann weiter. Der Zug fährt am Samstag in La Réole um 06.35 h los, ich steige in Bordeaux um und bin um 10.00 in Hendaye, unmittelbar an der Grenze zu Spanien und cirka 35 km von San Sebastian entfernt. Ich bin gespannt!

Tag 7/7 In eigener Sache!

Als ich am 01. Mai loszog hatte ich gewisse Vorstellungen über den Verlauf dieser Reise. Wildes Zelten, unterwegs arbeiten und wenn das alles nicht funktioniert, sollte das Geld über das ich verfügte eigentlich reichen.
Abgesehen davon, dass ich mich, was Zelten im Allgemeinen und das Wildcampen im Besonderen deutlich überschätzt habe, haben sich Campingrelevante Teile meiner Ausrüstung in Wohlgefallen aufgelöst.
Richtig aber reingerissen hat mich diese unglaubliche Schlechtwetterperiode, während derer ich regelmäßig zwei Tage im Hotel bleiben musste um meine Klamotten wieder trocken zu bekommen.
An Arbeit ist wegen meiner sehr dürftigen Französischkenntnisse nicht zu denken. Vielleicht in zwei Monaten, wenn die Trauben reif sind.

Ich werde jetzt noch 11 Tage wandern, etwa bis La Réole an der Garonne, dann bekomme ich Besuch der sieben Tage, also bis zum 30. Juli bleibt. Danach werde ich mich mit dem Zug auf den Weg über Bordeaux nach Irun an der Spanisch/Französischen Grenze machen um den letzten, der insgesamt vier Abschnitte des Jakobsweges zu laufen. Allerdings wird auch bei dieser Straffung, das Geld nicht mehr weit reichen.

Aus diesem Grunde möchte ich Euch bitten, meine Arbeit als Schreiber dieses Blogs zu bewerten. Ich möchte Euch nicht um Spenden oder Zuschüsse bitten. Sondern um das, was es Euch wert ist, diese Berichte gelesen zu haben und weiterhin zu lesen.
So frei nach dem Motto: Ich habe schon für schlechtere Zeitschriften 2 oder 5 Euro, oder für schlechtere Taschenbücher 10 Euro ausgegeben....und ich bin gerne bereit für diese Form der Literatur 2, oder 5, oder 10 Euro zu zahlen.
Kunstgarage
Ich biete dafür überwiegend Übernachtungen in landesüblichen Pilgerherbergen mit entsprechenden Berichten. Ich biete mich so zusagen als Günther Wallraff der Pilgerherbergen an.

Hier noch mal die IBAN:DE23 2004 1144 0343 4917 00

Um einen möglichst großen Teil der Leserschaft zu erreichen, werde ich diesen Aufruf zu Beginn der nächsten sieben Berichte stellen. Also bitte nicht wundern und heute ist demnach 7/7.
Also ich bin gut und schnell in Bergerac angekommen. Hoffentlich liest dieser nette Mensch nie den gestrigen Eintrag! Ich wollte etwas früher dort sein, aber als ich um zehn vor zehn am vereinbarten Treffpunkt eintraf, waren sie bereits dort. Er und seine Frau, in einem schicken Renault Cap.... Hat er also Schmugglerauto gegen Familenkutsche eingetauscht.
Was die Folter aber angeht. Zu Beginn der Strecke fragte er, mögen sie Schläger. Klar! Sag ich und Cyrano de Bergeracwollte noch hinzufügen, dass das schöne an den französischen Schlägern ist, dass ich sie nicht verstehe. Ja haste gedacht. Quitschestimme, Andrea Berg für Arme. Die die du Samstagabend beim Zappen im MDR oder BR siehst und hörst. Das pure Grauen. Zum Glück waren es nur 25 km.
Dann war ich früh in Bergerac, der Stadt der Langnase, Cyrano de Bergerac und freute mich, nach den guten Erfahrungen in Metz, Auxerre, Limoges und Perigueux auf einen Tag Stadtbesichtigung.
Es war einfach nur Furchtbar! Der absolute Horror! Die ganze Stadt voll von englische Familien, die mindestens 50% der Touristen ausmachen der Rest Franzosen, Holländer und ein Großraumbus Spanier ist noch angekommen. Die Hälfte von allen unter achtzehn. Gelangweilte und nöhlende Teenager, miesgelaunte Grundschulkinder die ihren Kindergartengeschwistern die Pommes klauen, die das Ihrerseits laut schreiend ihren Eltern kund tun. Dazu das Geschrei der Kinderwagenkinder. Da meinste du bist auf Cranger Kirmes! Boah eh!
Und während sich eine Stadt wie Perigueux treu geblieben ist, ich habe bei meinen zwei ausgiebigen Rundgängen nur einen Kitschladen ausfindig gemacht, hat sich Bergerac komplett Bergerac Tourismusdem Tourismus hingegeben.
Es gäbe noch in dieser wunderbaren Altstadt einige gute Motive, allerdings gibt es keine, keine ich habe sie gesucht Stelle, in der sich nicht ein Restaurant-Schirm in den Vordergrund schiebt.
Kunsthandwerk? Cirka zehn Strohhutgeschäfte und gefühlte fünfzig Eisstände, schön niedrig gebaut.
Fazit: Ein Umweg lohnt sich in keinem Fall und das Geld für die Übernachtung sollte man sich sparen!

Tag 5/7 In eigener Sache!

Als ich am 01. Mai loszog hatte ich gewisse Vorstellungen über den Verlauf dieser Reise. Wildes Zelten, unterwegs arbeiten und wenn das alles nicht funktioniert, sollte das Geld über das ich verfügte eigentlich reichen.
Abgesehen davon, dass ich mich, was Zelten im Allgemeinen und das Wildcampen im Besonderen deutlich überschätzt habe, haben sich Campingrelevante Teile meiner Ausrüstung in Wohlgefallen aufgelöst.
Richtig aber reingerissen hat mich diese unglaubliche Schlechtwetterperiode, während derer ich regelmäßig zwei Tage im Hotel bleiben musste um meine Klamotten wieder trocken zu bekommen.
An Arbeit ist wegen meiner sehr dürftigen Französischkenntnisse nicht zu denken. Vielleicht in zwei Monaten, wenn die Trauben reif sind.

Ich werde jetzt noch 11 Tage wandern, etwa bis La Réole an der Garonne, dann bekomme ich Besuch der sieben Tage, also bis zum 30. Juli bleibt. Danach werde ich mich mit dem Zug auf den Weg über Bordeaux nach Irun an der Spanisch/Französischen Grenze machen um den letzten, der insgesamt vier Abschnitte des Jakobsweges zu laufen. Allerdings wird auch bei dieser Straffung, das Geld nicht mehr weit reichen.

Aus diesem Grunde möchte ich Euch bitten, meine Arbeit als Schreiber dieses Blogs zu bewerten. Ich möchte Euch nicht um Spenden oder Zuschüsse bitten. Sondern um das, was es Euch wert ist, diese Berichte gelesen zu haben und weiterhin zu lesen.
So frei nach dem Motto: Ich habe schon für schlechtere Zeitschriften 2 oder 5 Euro, oder für Kunstgarage schlechtere Taschenbücher 10 Euro ausgegeben....und ich bin gerne bereit für diese Form der Literatur 2, oder 5, oder 10 Euro zu zahlen.

Ich biete dafür überwiegend Übernachtungen in landesüblichen Pilgerherbergen mit entsprechenden Berichten. Ich biete mich so zusagen als Günther Wallraff der Pilgerherbergen an.

Hier noch mal die IBAN:DE23 2004 1144 0343 4917 00

Um einen möglichst großen Teil der Leserschaft zu erreichen, werde ich diesen Aufruf zu Beginn der nächsten sieben Berichte stellen. Also bitte nicht wundern und heute ist demnach 5/7.
18. Juli

Um halb sechs kam dann jemand, der mir ein sehr bescheidenes Zimmer, aber auch zu einem bescheidenen Preis gab. Da ist es heute schon netter.
Auch heute konnte ich nicht dem Wetter entsprechend früh los, weil der Supermarkt erst um neun öffnete und ich etwas zu essen brauchte. Es gab dann heute Mittag Pfirsich und Bulgursalat.
So ärgerlich die Wochen Dauerregen waren, so anstrengend und an den Kräfte zerrend sind die derzeit täglichen 35°C Schattentemperaturen. Man kann auch sagen, deutlich gefährlicher. Ich habe es zum Glück mit in die Wiege gelegt bekommen, Wärme und auch Hitze gut aushalten zu können, allerdings verlangen mir Wetter und Weg eine unglaubliche Wasserdiziplien ab. Wenn ich nicht konsequent alle 15 Minuten stehen bleibe, und etwas trinke, bekomme ich Probleme. Wenn die ersten schwarzen Pünktchen vor den Augen flimmern, habe ich es mal wieder vergessen. Bei solchen Temperaturen und Anstrengungen sollte man nicht auf das Durstgefühl warten.
Es waren heute vierundzwanzig Kilometer mit insgesamt vier extrem steilen Anstiegen. Besonders schön für die Moral die ersten beiden. Vom Startpunkt ausgehend eine knappe Stunde nur Bergauf, gefolgt von einem unglaublich heftigen Abstieg der in ein so schmales Tal führte, dass es nach etwa 50 Meter ebenso steil wieder hoch ging.
Auf halben Berg begegnete ich Vater und Sohn. Der Sohn wirkte noch ganz fit, während der Vater mit patschnass Businesshemd auf dem Boden saß, den Rucksack von sich geschmissen.
Der Mann auf dem Boden sah mich Mitleid eregend an und sagte, nein er hauchte eher nach den allgemeinen Begrüßungs-Bonjours, tréééés chaud, seeeehr heiß! Was sagt man da? Ich habe mich für jau entschieden und angespornt durch die Niederlage eines anderen einen Schritt drauf gelegt.
Oben angekommen blieb der Weg erst mal auf einer Ebene und verlief dann etwas sanfter ins Tal. Im Tal blieb es auch jetzt nicht lange, der dritte Anstieg war allerdings humaner, mittlerweile war es 14.00 h, und der Weg traf im folgenden Tal auf eine Straße. So gut wie nicht befahren, näherte sich von hinten ein Auto, ich drehte mich um, das Auto hielt und der Fahrer Antoine nahm mich mit nach Saint Astier.
Saint AstierAuch die Kathedrale von Perigueux ist dem Saint Astier geweiht und hier, in einer romanischen Kirche aus dem 11. Jahrhundert liegen sie dann in der Krypta. Die Gebeine des Heiligen Astier.

19. Juli 

Anfänglich dachte ich, dass das Rauschen der Wasserstufe im Fluß einschläfernd sein kann, aber letztlich war es so laut, als würde ein nicht enden Güterzug vor dem Fenster herfahren. Schade, Fenster zu!
Das Frühstück auf der Terrasse war klasse. Schönes Geschirr, toller Platz direkt an der Isle. Auch hier gab es nur Butter und Konfitüre, aber das Ambiente...

Wir hatten mal das Thema "Wer weiß wozu es gut ist..." Heute schönes Beispiel.
Ich hatte mich gestern entschieden bis Mussidan zu laufen, um von dort aus einen Abstecher nachL'Isle mit Vollmond Bergerac zu machen, weil das auch eine tolle mittelalterliche Stadt sein soll und weil sich in der Nähe das Kloster von Thich Nhat Hanh befindet und ich dort mal anfragen wollte, ob ich vielleicht ein oder zwei Nächte übernachten kann.
Auch heute dachte ich solange zu laufen wie es geht, um den Rest zu trampen. In Mussidan wollte ich nach einem Bus fragen, der nach Bergerac fährt.
Als der Moment des trampen wollens gekommen war, befand ich mich auf einer zwar gut ausgebauten Landstraße, auf der aber kaum Autos fuhren und es keine Bäume gab. Erleichterung verschaffenen Wind gab es kaum. Ganz im Gegenteil kam es mir so vor, als würde der heiße Asphalt seine gespeicherte Hitze wieder ausatmen.
Die paar Autos die kamen waren so schnell und der Randstreifen so schmal, dass an ein Anhalten gar nicht zu denken war.
Gegen 15 Uhr fing ich an mir gut zu zureden, dass ich wegen meiner Kopfbedeckung keinen Sonnenstich bekommen kann, nein, auch keinen Hitzeschlag, weil ich bei luftiger Kleidung genug getrunken habe.
Ich kam zu einem Dorf, es sah nach einer Kneipe aus, hätte aber auch ein Wohnzimmer sein können, wenn da nicht die Zapfhähne gewesen wären.
Madam, eine Coca bitte. Und frisches Wasser sagte sie, nahm meine Wasserflasche und füllte sie mit frischem kalten Wasser.
Nach: Warm! Ja sehr warm! Kein Wanderwetter! Ach, es geht! Woher? Wohin? Erzählte sie mir etwas, mehrfach weil ich es nicht verstanden habe, was sich so anhörte, als würde sie mich nach Mussidan bringen, was natürlich aus verschieden Gründen nicht stimmen konnte. Ich fragte sie, ob sie wüsste ob ein Bus nach Bergerac führe. Nein, kein Bus! Da fährt nix hin. Na, dann trampen ich. Die beste Möglichkeit! Ich zahle meine Pepsi und wollte gerade gehen, als ein Mann, Anfang 70 vom Hinterzimmer kam um sich von der Wirtin zu verabschieden. Oh, aus Deutschland ich habe Freunde in Köln, Bielefeld und Gütersloh. Natürlich kenne ich Wuppertal, mit der Bahn die hängt.
Fährt ein Bus nach Bergerac? Fragt die Wirtin. Nein und zum Laufen bei dem Wetter zu weit! Ich fahre ja hin und wieder nach Bergerac, mh, morgen ist Mittwoch? Mh, wenn sie um 10.00 h an der Kirche sind, nehme ich sie mit. Ja gerne! Also, dann bis morgen! Die Wirtin redet mit ihm... Ich fahre nach Mussidan, wollen sie mitkommen? Die Wirtin zwinkert mir zu. Das hat sie also gemeint.
Was wäre passiert, wenn ich auf der Strecke mitgenommen wäre? Also war es letztendlich gut nicht mitgenommen worden zu sein. Toll! Andersrum, wenn ich mitgenommen worden wäre, hätte ich mich gefreut und nichts von der verpassten Chance mitbekommen. Wie man es dreht, es geht immer weiter, in eine Richtung von der du vielleicht nur meinst sie selbst zu bestimmen.
TerrassenfrühstückIch frage den Fahrer auf dem Weg zum Auto, wo er denn herkommt und er antwortet, aus Mussidan. Nein, wo er ursprünglich herkommt, er spricht ja nicht umsonst so gut deutsch. Er sagt Moment bitte, tat so als wenn er auf das Handy sehen muss, schloss seinen roten Twingo oder Cleo auf und ich wollte ihn dann auch nicht bedrängen, aber komisch ist es schon. Um von den Nazis gefoltert worden zu sein zu jung, Eltern? Warum gibt er mir keine Antwort? Wo möglich lande ich morgen stellvertretend für alle Nazideutschen verscharrt im Wald! Wenn es nur schnell geht, foltern wäre doof! Ich sag ja immer, vertrau mir kein folterwürdiges Geheimnis an, ich rede sofort. Und dann wiederum wäre es doch besser gewesen vorher mitgenommen worden zu sein, um noch nicht mal zu ahnen, wie knapp ich dem Schlechter von Mussidan entronnen bin.
Wer weiß... Er ging unmittelbar vor mir in die Kneipe und direkt nach hinten durch, blieb auch hinten. Während ich meine Pepsi trank kam eine Frau und wollte Malboro. Oh, keine mehr da, was machen wir, tut mir leid... Moment. Ging nach hinten und kam mit einer Stange Malboro zurück. Schon komisch... 
So jetzt muss ich mich erstmal um meine neue Herbergensituation kümmern. Die Stadtverwaltung hat uns um 16.00 h reingelassen. Herbergsvater gibts nicht. Es ist das erste mal, dass ich mit einer Frau die Herberge teile. Eine dreißig jährige Schwedin aus Oslo... Hihi, nee nicht wirklich. Sie ist eine achtundsechsigjährige, dreifache Oma aus Paris. Und hat schon angekündigt, dass sie morgen um 5.00 h auf dem Weg ist. Ich sach nur Dieter... aber es scheint auch anders zu gehen, so wie Vorbereitungen aussehen.

Tag 4/7 In eigener Sache!

Als ich am 01. Mai loszog hatte ich gewisse Vorstellungen über den Verlauf dieser Reise. Wildes Zelten, unterwegs arbeiten und wenn das alles nicht funktioniert, sollte das Geld über das ich verfügte eigentlich reichen.
Abgesehen davon, dass ich mich, was Zelten im Allgemeinen und das Wildcampen im Besonderen deutlich überschätzt habe, haben sich Campingrelevante Teile meiner Ausrüstung in Wohlgefallen aufgelöst.
Richtig aber reingerissen hat mich diese unglaubliche Schlechtwetterperiode, während derer ich regelmäßig zwei Tage im Hotel bleiben musste um meine Klamotten wieder trocken zu bekommen.
An Arbeit ist wegen meiner sehr dürftigen Französischkenntnisse nicht zu denken. Vielleicht in zwei Monaten, wenn die Trauben reif sind.

Ich werde jetzt noch 11 Tage wandern, etwa bis La Réole an der Garonne, dann bekomme ich Besuch der sieben Tage, also bis zum 30. Juli bleibt. Danach werde ich mich mit dem Zug auf den Weg über Bordeaux nach Irun an der Spanisch/Französischen Grenze machen um den letzten, der insgesamt vier Abschnitte des Jakobsweges zu laufen. Allerdings wird auch bei dieser Straffung, das Geld nicht mehr weit reichen.

Aus diesem Grunde möchte ich Euch bitten, meine Arbeit als Schreiber dieses Blogs zu bewerten. Ich möchte Euch nicht um Spenden oder Zuschüsse bitten. Sondern um das, was es Euch wert ist, diese Berichte gelesen zu haben und weiterhin zu lesen.
So frei nach dem Motto: Ich habe schon für schlechtere Zeitschriften 2 oder 5 Euro, oder für schlechtere Taschenbücher 10 Euro ausgegeben....und ich bin gerne bereit für diese Form der Literatur 2, oder 5, oder 10 Euro zu zahlen.

Ich biete dafür überwiegend Übernachtungen in landesüblichen Pilgerherbergen mit entsprechenden Berichten. Ich biete mich so zusagen als Günther Wallraff der Pilgerherbergen an.

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Um einen möglichst großen Teil der Leserschaft zu erreichen, werde ich diesen Aufruf zu Beginn der nächsten sieben Berichte stellen. Also bitte nicht wundern und heute ist demnach 4/7.
Kathedrale Saint-Front Perigueux Der Tag war geprägt von viel Schweiß und guten Kontakten zur Einheimischen Bevölkerung. Ich wusste, dass es heiß wird und wollte nicht so spät los. Nachdem ich die halbe Nacht nicht schlafen konnte, wurde ich erst um 8.00 h wach und war um kurz vor halb zehn unterwegs. Weil es bei den Schwestern der heiligen Magdalena kein Frühstück gab, bin ich Richtung Stadtmitte, um in einer offenen Bar noch einen Tee zu trinken. Durch völlig leere Gassen, in denen sich gestern um die Zeit bereits Menschenmassen geschoben haben, kam ich dem Hauptplatz näher. Ein Gemurmel war zu vernehmen, dass lauter wurde und als ich den Platz von der Seite erreicht hatte.... Markt... Sonntagsmarkt. Die gleichen Paella in Perigueux Gemüse-, Gänseleberpasteten- und Käseverkäufer wie gestern. Nicht ganz so dicht, dafür haben sich in die Lücken ein Paellakoch und ein Flammkuchenbäcker einsortiert. An den Tischen der großen Bar, wurde die erste Flasche Champagner getrunken und ich holte mir beim Bäcker zwei Croissants und trank dazu ein Kännchen Earl Grey. Die Stimmung auf dem Platz war einfach klasse, gerne wäre ich noch sitzen geblieben.
Von meiner gestrigen Vormittagstour habe ich die Bilder bei Facebook hochgeladen. Ich bin dann am frühen Abend noch mal los, auf neuen Wegen und habe von der Isle aus, dem hiesigen Fluss, die optimale Kathedralenperspektive gefunden.
Es war viertel nach zehn, als ich dann heute losging. Die 30 km der heutigen Etappe, waren mir eh zu viel und bei 34°C im Schatten muss das für mich auch nicht sein. So hatte ich mir einen Ort nach 18 km mit Herberge ausgesucht.
Ich habe vielleicht schon erwähnt, dass es immer eine besondere Herausforderung darstellt, eine größere Stadt auf dem richtigen Weg zu verlassen. Was ich heute herum geirrt bin, unglaublich. Eine Frau die mich nicht zum ersten mal sah, fragte, vous perdu? Ja, aber ist okay, Merci! Ich hätte vielleicht nichts damit anfangen können, wenn ich gestern im Spanischkurs nicht Estoy perdido gelernt hätte, was sich ja so ähnlich anhört und bedeutet, ich habe mich verlaufen. Wörtlich heißt es, ich bin verloren. So schlimm aber war es noch nicht, aber der Tag war noch lang.
Einige Kilometer später hatte ich dann Perigueux verlassen und kam an ein ehemaliges Kloster aus dem 12. Jahrhundert, dessen Kirche neu renoviert wurde.
Von dem Vorplatz geht ein Weg hoch, sagt der Führer. Es gingnen zwei Wege hoch, aber kein Jakobsweghinweis. Ich nahm den linken, der auch von einem anderen Wanderweg genutzt wurde. Klosterkirche Chancelade Dann ging es hoch, aber so richtig. Oben angekommen, Straße, keine Hinweise. Ein Lieferwagen kommt, ich schmeiße mich ihm symbolisch vor die Räder. Pardon Monsieur, je perdu! Nach...bitte? Jaaaa, mmmmh also die Richtung, er zeigt hinter sich, bis zur Stopstraße, mmh. Nein, besser gerade aus bis zur Kirche ca. vier Kilometer, von da ist es ausgeschildert. Nach zehn Minuten, sah ich ihn in seinem Garten hantieren und bat ihn um frisches Wasser. Nach einiger Zeit kam ich an eine Querstraße, was heißt jetzt immer gerade aus? Ein weiteres Fahrzeug, das gleiche Prozedere. Ja am besten diese Richtung bis zu einer Kirche, dort ist es ausgeschildert. Nach etwa 20 Minuten erreichte ich die Kirche. Was soll ich sagen, der eine oder andere wird sich bereits bedacht haben, die Kirche war die o.g. Klosterkirche, vor der ich bereits zwei Stunden vorher stand. Jetzt, jetzt fühlte ich verloren.
Jetzt sitze ich hier vor einem dieser sogenannten Handwerker Hotels und hoffe, dass gleich mal jemand kommt und mir ein preiswertes Zimmer vermietet. Die Rezeption soll ab 17.00 besetzt sein, jetzt ist zehn nach.

Tag 4/7 In eigener Sache!

Als ich am 01. Mai loszog hatte ich gewisse Vorstellungen über den Verlauf dieser Reise. Wildes Zelten, unterwegs arbeiten und wenn das alles nicht funktioniert, sollte das Geld über das ich verfügte eigentlich reichen.
Abgesehen davon, dass ich mich, was Zelten im Allgemeinen und das Wildcampen im Besonderen deutlich überschätzt habe, haben sich Campingrelevante Teile meiner Ausrüstung in Wohlgefallen aufgelöst.
Richtig aber reingerissen hat mich diese unglaubliche Schlechtwetterperiode, während derer ich regelmäßig zwei Tage im Hotel bleiben musste um meine Klamotten wieder trocken zu bekommen.
An Arbeit ist wegen meiner sehr dürftigen Französischkenntnisse nicht zu denken. Vielleicht in zwei Monaten, wenn die Trauben reif sind.

Ich werde jetzt noch 11 Tage wandern, etwa bis La Réole an der Garonne, dann bekomme ich Besuch der sieben Tage, also bis zum 30. Juli bleibt. Danach werde ich mich mit dem Zug auf den Weg über Bordeaux nach Irun an der Spanisch/Französischen Grenze machen um den letzten, der insgesamt vier Abschnitte des Jakobsweges zu laufen. Allerdings wird auch bei dieser Straffung, das Geld nicht mehr weit reichen.

Aus diesem Grunde möchte ich Euch bitten, meine Arbeit als Schreiber dieses Blogs zu bewerten. Ich möchte Euch nicht um Spenden oder Zuschüsse bitten. Sondern um das, was es Euch wert ist, diese Berichte gelesen zu haben und weiterhin zu lesen.
So frei nach dem Motto: Ich habe schon für schlechtere Zeitschriften 2 oder 5 Euro, oder für schlechtere Taschenbücher 10 Euro ausgegeben....und ich bin gerne bereit für diese Form der Literatur 2, oder 5, oder 10 Euro zu zahlen.

Ich biete dafür überwiegend Übernachtungen in landesüblichen Pilgerherbergen mit entsprechenden Berichten. Ich biete mich so zusagen als Günther Wallraff der Pilgerherbergen an.

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Herberge... Tja, es hat schon besondere Energien, wenn Du mit im Prinzip Gleichgesinnten und Gleichgeprüften, abends beim Abendessen sitzt. Wenn es dann auch nur Männer sind, ist diese Energie noch mal eine andere, als wenn die Gruppe gemischt wäre. Es ist schon nicht zu unterschätzen. Aber die Nacht, du meine Güte, fünf Männer in einem Alter, in dem es auch gerne zweimal die Nacht zur Toilette geht. 1. Etage, Schwing- und Knarrboden... mein Libber...
Heute, nach der dritten Nacht mit Mitschläfern, laufe ich das erste Mal, die ersten Kilometer gähnend durch die Gegend.
Der Herbergsvater, Chuck Hancock, wer so heißt muss Programm machen, kommt aus Quebec/Kanada und ist dort 15 Jahre Metro gefahren. Irgendwann fragte er sich bei einem Glas Candian Wiskey, was hast Du eigentlich bisher gesehen und die Antwort war, Tunnel. Am Tag darauf reichte er die Kündigung ein.

Das Périgord vert, das grüne Périgord, macht seinem Namen alle Ehre. Es war heute der reinste Mal die Füße in die Sonne haltenWandergenuss. Ursprünglich dachte ich mir, nach zwei Drittel der Strecke den Daumen raus zu halten, aber die Wegstrecke war so klasse, dass ich die komplette Strecke von ca. 25 km gerne gelaufen bin, zumal sich meine Füße über das geringere Gewicht freuen, aber auch über die ausgezogenen Schuhe während der Mittagsrast. Ich dachte immer, nachher kommste nicht mehr rein, aber es ist wirklich für die weitere Strecke eine deutliche Verbesserung.
Einmal schimmerte die Sonne so toll durch das Blattwerk, dass ich dachte, es macht den Eindruck eines Feen- und Elfenwaldes. Worauf sich die Stimme von Frank 2 meldete und sagte, dass es bei Regen eher ein Gnomen- und Koboldwald sei. Worauf sich eine mir Wanderstock am Wegesrand unbekannte Stimme zu Wort meldete: Ach, haben wir was gegen Gnome und Kobolde? Äh, nein, natürlich nicht... Aber für Schmudelwetter sind sie gut genug? Nein, so war es nicht gemeint... Ach, wie war es denn gemeint.
Ich meine, man kennt ja die Geschichten in denen sich einsame Wanderer mit dem kleinen Volk anlegen, die Erde sich auf tut und sie nie mehr gesehen waren. Nach einiger Zeit sagt ein keiner Junge zu seiner Mutter, schau mal Mama der kleine Efeu bewachsene Baum sieht aus wie ein Wanderstock.
Es hat jetzt auch die Zeit der Wegwarte begonnen, überall begegnet sie mir, mit ihren blauen Blüten.
Die Wegwarte, ist die die am Weg wartet. Der Legende nach, saß das Burgfräulein Tag ein Tag ausWegwarte Cichorium intybus, am Wegesrand und wartete, dass ihr Liebster vom Kreuzzug zurück kehre. Was er aber nicht tat, selbst als die Todesnachricht ihr überbracht wurde, verharrte sie dort regungslos. Eine Fee verwandelte sie schließlich in diese schön blühende Pflanze, damit sie Wanderer daran erinnern kann, dass vielleicht irgendwo jemand auf ihre Rückkehr wartet.
Wie aus der Wegwarte, dem Cichorium intybus, dem ehemaligen Kaffeeersatz unsere heutige Chicorée wurde, lest ihr bitte bei Wikipedia nach.
Ich kam gegen 15.00 h in Perigueux an und mietete mich für zwei Tagen bei den Schwestern der heiligen Magdalene ein. Nettes Zimmer, Dusche und WC auf dem Flur, dafür billig. 20 Minuten bis zur Stadt. Ich bin nur hin um eine Kleinigkeit zu essen. Erster Eindruck wieder erste Sahne, ganz anders als bisher gesehen. Ich freue mich auf morgen, wenn ich mir alles in Ruhe ansehen kann.
Früh schlafen... aber da kam Nürnberg, der sich ebenfalls hier eingenistet hat und wir haben noch ein Glas Wein im Garten des angeschlossenen Restaurants getrunken.

Tag 3/7 In eigener Sache!

Als ich am 01. Mai loszog hatte ich gewisse Vorstellungen über den Verlauf dieser Reise. Wildes Zelten, unterwegs arbeiten und wenn das alles nicht funktioniert, sollte das Geld über das ich verfügte eigentlich reichen.
Abgesehen davon, dass ich mich, was Zelten im Allgemeinen und das Wildcampen im Besonderen deutlich überschätzt habe, haben sich Campingrelevante Teile meiner Ausrüstung in Wohlgefallen aufgelöst.
Richtig aber reingerissen hat mich diese unglaubliche Schlechtwetterperiode, während derer ich regelmäßig zwei Tage im Hotel bleiben musste um meine Klamotten wieder trocken zu bekommen.
An Arbeit ist wegen meiner sehr dürftigen Französischkenntnisse nicht zu denken. Vielleicht in zwei Monaten, wenn die Trauben reif sind.

Ich werde jetzt noch 11 Tage wandern, etwa bis La Réole an der Garonne, dann bekomme ich Besuch der sieben Tage, also bis zum 30. Juli bleibt. Danach werde ich mich mit dem Zug auf den Weg über Bordeaux nach Irun an der Spanisch/Französischen Grenze machen um den letzten, der insgesamt vier Abschnitte des Jakobsweges zu laufen. Allerdings wird auch bei dieser Straffung, das Geld nicht mehr weit reichen.

Aus diesem Grunde möchte ich Euch bitten, meine Arbeit als Schreiber dieses Blogs zu bewerten. Ich möchte Euch nicht um Spenden oder Zuschüsse bitten. Sondern um das, was es Euch wert ist, diese Berichte gelesen zu haben und weiterhin zu lesen.
So frei nach dem Motto: Ich habe schon für schlechtere Zeitschriften 2 oder 5 Euro, oder für schlechtere Taschenbücher 10 Euro ausgegeben....und ich bin gerne bereit für diese Form der Literatur 2, oder 5, oder 10 Euro zu zahlen.

Ich biete dafür überwiegend Übernachtungen in landesüblichen Pilgerherbergen mit entsprechenden Berichten. Ich biete mich so zusagen als Günther Wallraff der Pilgerherbergen an.

Hier noch mal die IBAN:DE23 2004 1144 0343 4917 00

Um einen möglichst großen Teil der Leserschaft zu erreichen, werde ich diesen Aufruf zu Beginn der nächsten sieben Berichte stellen. Also bitte nicht wundern und heute ist demnach 3/7.
Kunstgarage